vom 8.8.2009

GUT ANGENOMMEN wird der neue Leiberstunger Dorfladen. Martha Jörger, Alexander Naber und Karlheinz Röll (von links) freuen sich über die gute Kundenresonanz.
GUT ANGENOMMEN wird der neue Leiberstunger Dorfladen. Martha Jörger, Alexander Naber und Karlheinz Röll (von links) freuen sich über die gute Kundenresonanz. Foto: Roland Huck

Neuer Dorfladen arbeitet kostendeckend
Initiatoren freuen sich über großen Kundenzuspruch

Sinzheim-Leiberstung (rock). Prächtig entwickelt hat sich seit seiner Eröffnung vor 100 Tagen der Dorfladen in Leiberstung. "Von den Bürgern wird das Angebot gut angenommen", freuen sich Ortsvorsteher Alexander Naber als Aufsichtsratsvorsitzender sowie Karlheinz Röll als Vorstandsmitglied der in Gründung befindlichen "Dorfladen Leiberstung eG". Dank des regen Zuspruchs durch die Kunden, die aus Leiberstung und umliegenden Orten kommen, könne der Dorfladen kostendeckend arbeiten.
Dies ist für das Team des Dorfladens allerdings kein Grund, im Engagement nachzulassen, sondern im Gegenteil. Kontinuierlich wird das Angebot des Ladens, der sich in der Leiboldstraße in einem ehemaligen Blumengeschäft befindet, auf die Wünsche der Kundschaft ausgerichtet. Beispielsweise bei den Öffnungszeiten. Morgens öffnet der Laden, in dem sieben Mitarbeiter teils ehrenamtlich, teils hauptamtlich tätig sind, bereits um 7 Uhr, lediglich am Sonntag erst um 8 Uhr. "Dann können frische Backwaren für das Frühstück eingekauft werden", so Naber. "Brötchen sind derzeit der Renner", ergänzt Martha Jörger, die im Dorfladen arbeitet. Um 12 Uhr, am Sonntag um 10 Uhr, wird geschlossen. Nachmittags hat der Dorfladen bislang nur dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

Zwar ist der Laden räumlich etwas beengt, doch das Angebot erfüllt die täglichen Bedürfnisse. Lebensmittel stellen den Hauptanteil dar. Die Palette reicht von Wurst und Fleisch über Backwaren und Getränken bis hin zu Zeitschriften. Wer Zucker oder Mehl braucht, wird hier ebenso fündig wie jene, die Limonaden oder Wein benötigen. Auch Eis und Süßigkeiten gehören zum Sortiment. Nicht zuletzt besteht auch die Möglichkeit, eine Tasse Kaffee zu trinken.

"Hierbei achten wir auf moderate Preise", erläutert Karlheinz Röll. Die Artikel kommen in erster Linie von regionalen Erzeugern. Zu den Lieferanten zählen beispielsweise der Cap-Markt der WdL in Bühl. die Zeller Mühle und der Aspichhof sowie der Vinzenzhof. Auch die Weine, Sekte und hochprozentige Wässerchen stammen aus der Nachbarschaft.

Positive Bilanz 100 Tage nach Eröffnung

In den gut drei Monaten seit Eröffnung am 2. Mai hat sich der Dorfladen zu einem beliebten Treffpunkt nicht nur für die Leiberstunger Bürger entwickelt. "Der Dorfladen dient nicht nur der Nahversorgung, sondern hat auch eine soziale Komponente", so Naber. Der Dorfladen sei ein Kommunikationszentrum, wo man sich austauscht und gerne auch ein Schwätzchen hält.

Mit dem Dorfladen wurde in Leiberstung eine Versorgungslücke geschlossen. Um dies zu realisieren, schlossen sich mehrere Bürger zusammen. Mittlerweile zählt die Genossenschaft in Gründung, die noch in das Genossenschaftsregister eingetragen werden soll, 188 Mitglieder. "Mindestens ein Geschäftsanteil in Höhe von 25 Euro muss gezeichnet werden, um Mitglied zu werden", informiert der Ortsvorsteher, der auf einen weiteren Zuwachs hofft.

Bis Donnerstag wurden 9 335 Kunden gezählt. Dies entspricht rund 100 Kunden pro Öffnungstag. Jüngste Investition war übrigens eine Kühlzelle, die rund 5 000 Euro gekostet hat. Auch für die Zukunft hat sich das Dorfladen-Team einiges vorgenommen. Vom Anbringen einer Jalousie am Fenster über Wärmeschutz an der Fassade bis hin zu Holzverkleidungen reichen die Maßnahmen.

Sogar ein Rezeptkasten befindet sich beim Dorfladen. Da es in Leiberstung keine Apotheke gibt, kann hier das Rezept eingeworfen werden. Von einer Apotheke im Nachbarort werden die Medikamente dann direkt ins Haus geliefert.

Neuestes Angebot im Dorfladen ist übrigens der Verkauf von Einkaufsgutscheinen, die sich zum Verschenken eignen.

vom 8.8.2009

Verkäuferin Martha Jörger und die beiden Vorstandsmitglieder Alexander Naber, Ortsvorsteher, und Karlheinz Röll (rechts).
Verkäuferin Martha Jörger und die beiden Vorstandsmitglieder Alexander Naber, Ortsvorsteher, und Karlheinz Röll (rechts).

Vor allem Backwaren, Fleisch und Wurstwaren werden in dem Genossenschaftsladen sehr gut nachgefragt.
Vor allem Backwaren, Fleisch und Wurstwaren werden in dem Genossenschaftsladen sehr gut nachgefragt. Fotos: Hoffmann

Seit 100 Tagen gibt es im Wendelinusdorf wieder ein Geschäft / Genossenschaft als Träger / Bei frischen Produkten vor allem Lieferanten aus der Region
Leiberstung: Der neue Dorfladen kommt gut an

Von Christa Hoffmann

Sinzheim - Leiberstung hat seit drei Monaten einen neuen Dreh- und Angelpunkt: den Genossenschaftsladen. Am kommenden Montag wird er 100 Tage alt. Ortsvorsteher Alexander Naber freut sich, dass das Angebot so gut angenommen wird. "Nun müssen die Leiberstunger für die grundlegenden Dinge nicht mehr aus dem Ort", sagt er.

Durchschnittlich 100 Kunden kämen täglich in die Leiboldstraße 68 - nicht nur aus dem Wendelinusdorf, sondern auch aus der Umgebung. Der Tagesumsatz liege bei 500 Euro. Um kostendeckend arbeiten zu können, sei ein Jahresumsatz von 125000 Euro notwendig, erklärte Naber. Wenn es so weiterlaufe, liege er bei 180000 Euro. "Wir rechnen ab dem zweiten Jahr mit einer schwarzen Null." Vor allem morgens sei der Andrang groß. "Wir sind von dem Erfolg selbst überrascht."

Backwaren werden am meisten nachgefragt. Ihr Anteil an den Warengruppen beträgt 41,7 Prozent, gefolgt von Fleisch und Wurstwaren vom Aspichhof (gGmbH) in Ottersweier, auf dem zwölf Heimbewohner leben und entsprechend ihren Fähigkeiten eingesetzt werden. "Brötchen gehen am besten", weiß Verkäuferin Martha Jörger. Wo es möglich ist, wird Ware von Lieferanten aus der Nähe bezogen wie etwa Mehl aus einer Mühle vor der Haustür, Schnaps von einem Brenner aus Bühlertal oder Wein aus der Region.

Neben den frischen Artikeln, dazu gehören noch Quark, Joghurt, Käse und Eier von einem Bauernhof in Halberstung, wird alles angeboten, was man in einem kleinen Tante-Emma-Laden erwarten kann: unter anderem Kaffee und Tee, Getränke, Salzgebäck und Süßigkeiten, Putzmittel und Tütensuppen, Zeitschriften und Eis, H-Milch, Tierfutter und Zahnpasta. Diese sogenannte Trockenware liefert der CAP-Markt der Werkstätten der Lebenshilfe (WdL) Nordschwarzwald in Bühl, in dem auch 14 Menschen mit Handicaps beschäftigt sind, erklärt Karlheinz Röll, Vorstandsmitglied der Genossenschaft. Einige von ihnen wohnen auch in Leiberstung.

vom 14.12.2009

MARIA WElS aus Leiberstung ist die 20 000 Kundin im Dorfladen. Deshalb bekam sie ein Geschenk - und auch die Damen hinter der Theke gratulierten
MARIA WElS aus Leiberstung ist die 20 000 Kundin im Dorfladen. Deshalb bekam sie ein Geschenk - und auch die Damen hinter der Theke gratulierten Foto: an

Dorfladen verbucht bereits 20000 Kunden
Auf dem Nikolausmarkt wurde Kundentreue ausgezeichnet

Sinzheim-Leiberstung (AN). Großer Andrang herrschte im Wendelinusdorf Leiberstung beim "Nikolausmarkt" des dortigen Dorfladens. Als Aktion zum Nikolaus hatte das Führungsteam der Leiberstunger Dorfladengenossenschaft vor dem Laden für alle Kunden und vorbeischauende Gäste eine kleine Bewirtung mit frisch zubereiteten Flammkuchen aus dem Holzofen, wie auch heißen Würsten aus dem Sortiment des Ladens aufgebaut. Heißer Glühwein und Kinderpunsch, wie auch Bier und alkoholfreie Getränke standen dem Besucher zur Auswahl.

Hintergrund dieser Aktion war die mit Spannung erwartete Kür des 20 000 Kunden des Dorfladens. Seit seiner Eröffnung am 2. Mai schreibt der kleine Laden im Herzen des Wendelinusdorfes eine Erfolgsgeschichte. Ausser an Sonn- und Feiertagen hatte der Laden jeden Tag seine Pforten geöffnet und dient nicht nur den Leiberstunger Bürgern als ortsnahe Einkaufsmöglichkeit.

"Vieles wurde und wird aktuell wieder in den Medien über das Sterben von Ladengeschäften auf den Dörfern berichtet, genauso viel wird von Ideen und Initiativen zur Rettung dieser dörflichen Einrichtungen geredet - wir haben gehandelt, mit Erfolg", stellte Alexander Naber fest, weicher als Vorsitzender des Aufsichtsrates mit an der Spitze der Genossenschaft aus Bürgern, Institutionen und Firmen steht. Den Bürgern auf dem Dorf ein Stück Lebensqualität zurückbringen, die Grundversorgung sichern, das Miteinander und die Gemeinschaft fördern, nebenbei noch Arbeitsplätze im Einklang mit Kindern und Familie schaffen ist das Ziel der dörflichen Nahversorgung nach dem Modell des genossenschaftlich organisierten Betriebes. "Es geht uns in erster Linie um die Bürger - nicht um die Auszahlung einer Dividende am Jahresende", betont Personalvorstand Peter Günther und fügt hinzu:
"die Dividende für jeden ist die Einkaufsmöglichkeit vor Ort und den Erhalt der dörflichen Struktur". Mit diesem kleinen Markt wollte die ehrenamtlich arbeitende Genossenschaftsführung auf das Ladengeschäft und gleichzeitig die Genossenschaftsidee aufmerksam machen und werben.

vom 12.12.2009

Maria Weis aus Leiberstung ist die 20000 Besucherin des Ladens im Wendelinusdorf.
Maria Weis aus Leiberstung ist die 20000 Besucherin des Ladens im Wendelinusdorf.

Erfolgsgeschichte: Genossenschaftsgeschäft im Wendelinusdorf ist seit Mai geöffnet / Weitere Mitglieder gesucht.
Dorfladen Leiberstung: 20 000. Kundin begrüßt

Sinzheim (red) - Großer Andrang herrschte kürzlich im Wendelinusdorf Leiberstung beim "Nikolausmarkt" des Dorfladens. Das Führungsteam hatte vor dem Geschäft für alle Kunden eine kleine Bewirtung aufgebaut. Der Grund: Man wartete mit Spannung auf den 20000. Kunden des Dorfladens seit seiner Eröffnung am 2. Mai 2009.

Seither schreibt der kleine Laden im Herzen des Wendelinusdorfs Erfolgsgeschichte. Außer an den Sonn- und Feiertagen hatte der Laden jeden Tag geöffnet und diente nicht nur den Leiberstunger Bürgern als ortsnahe Einkaufsmöglichkeit. "In den Medien ist in der Vergangenheit viel über das Ladensterben in Dörfern berichtet worden", sagte Alexander Naber, als Vorsitzender des Aufsichtsrats mit an der Spitze der Genossenschaft aus Bürgern, Institutionen und Firmen. "Genauso viel wird aber auch von Ideen und Initiativen zur Rettung dieser dörflichen Einrichtungen geredet - wir haben gehandelt, mit Erfolg", stellte er fest.

Den Bürgern auf dem Dorf ein Stück Lebensqualität zurückzubringen, die Grundversorgung zu sichern, das Miteinander zu fördern und nebenbei noch Arbeitsplätze zu schaffen ist das Ziel der dörflichen Nahversorgung nach dem Modell des genossenschaftlich organisierten Betriebs. "Es geht uns in erster Linie um die Bürger - nicht um die Auszahlung einer Dividende am Jahresende", betont der Personalvorstand Peter Günther. Er fügte hinzu: "Die Dividende für jeden sind die Einkaufsmöglichkeit vor Ort und der Erhalt der dörflichen Struktur."

Mit dem kleinen "Nikolausmarkt" wollte die ehrenamtlich arbeitende Genossenschaftsführung auf das Ladengeschäft und gleichzeitig die Genossenschaftsidee aufmerksam machen. "Wir suchen weiter nach Mitgliedern für unsere Gemeinschaft um auch in Zukunft Investitionen in das Ladengeschäft verwirklichen zu können!" so Günther weiter.

Für eine Kundin war es an diesem Samstagmorgen dann ein besonderes Erlebnis "im Lädl" einkaufen zu gehn. Akribisch hatte man seit der Eröffnung des Ladens Statistiken erstellt und Tabellen geführt. So konnte man durch die Kassenauswertungen seit dem ersten Öffnungstag auch den 20000 Kunden ausmachen. Maria Weis aus Leiberstung war die Glückliche, die aus den Händen von Vorstand Peter Günther und Aufsichtsrat Alexander Naber ein kleines Präsent entgegennehmen konnte.

Mit dem bisherigen Ladenbetrieb zufrieden, hofft man nun zum Jahresende nach den erfolgreichen Prüfungen des Geschäftsbetriebs die endgültige Eintragung in das Genossenschaftsregister zu erhalten und will mit einem eigens gestalteten Prospekt in das neue Jahr starten, um weitere Mitglieder zu gewinnen.

vom 5.5.2009

ALEXANDER NABER dankte in seiner Eröffnungsrede auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die das Projekt "Dorfladen" erst ermöglicht haben.
ALEXANDER NABER dankte in seiner Eröffnungsrede auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die das Projekt "Dorfladen" erst ermöglicht haben.

Nahversorgung für die Zukunft gesichert
Großer Andrang bei der Eröffnung des Dorfladens

Sinzheim-Leiberstung (AN). Großer Andrang herrschte bei der Eröffnung des "Leiberstunger Dorfladens". Bereits vor dem offiziellen Öffnungszeitpunkt um 8 Uhr morgens hatten sich zahlreiche Bürger vor dem Laden versammelt, um bei der Ladenöffnung die ersten frischen Backwaren zu erhaschen. Mit einem kleinen Fest wollten die Betreiber des Dorfladens die Eröffnung feiern und hatten dazu die Bevölkerung eingeladen. Tische und Bänke waren aufgestellt, frisches Bier angezapft und ab 9 Uhr lockte der Duft kross gebratener Würstchen die Besucher zu dem Fest. Mit Freude konnte Leiberstungs Ortsvorsteher Alexander Naber als Auf sichtsratsvorsitzender der Betreibergenossenschaft "Unser Dorfladen Leiberstung" auch zahlreiche Ehrengäste zu diesem Festakt begrüßen. Naber dankte den zahlreichen fleißigen und ehrenamtlichen Helfern, welche in den vergangenen Tagen und Wochen das Ladengeschäft hergerichtet hatten und auch heute dieses Fest gestalteten.

Er betonte, dass dieses Projekt beispielhaft für einen Trend stehe, welcher der negativen Entwicklung der vergangene Jahre - immer mehr, immer billiger und immer individueller - entgegenwirken wolle, hin zu mehr Gemeinsinn und Engagement der Bürger füreinander. Das Sterben der Nahversorgung auf dem Lande war eine direkte Auswirkung auch gerade der "Geiz ist Geil-Mentalität" auf Kosten des Komforts und der Nähe zum Kunden.