vom 5.5.2011

Dorfladen feiert Geburtstag

Sinzheim (red) - Der Dorfladen Leiberstung feiert am Samstag, 7. Mai, von 9.30 bis 14 Uhr in der Leiboldstraße 68 sein zweijähriges Bestehen und lädt die Bürgerschaft dazu ein. Für Essen und Trinken ist gesorgt, außerdem gibt es spezielle Muttertagsangebote, heißt es in einer Mitteilung.

vom 12.5.2011

Dorfladen feiert zweiten Geburtstag

Der Leiberstunger Genossenschaftsladen ist jüngst zwei Jahre alt geworden, und die Bevölkerung hat diesen Geburtstag begeistert gefeiert. Bei gegrillten Würstchen und Steaks, Bier, Wein und einem Gläschen Geburtstagssekt haben es sich die Leiberstunger wohlergehen lassen und damit auch ihre Verbundenheit mit ihrem Dorfladen bewiesen, und der "Männergesangverein 1875" hat mehrere Lieder zur Unterhaltung beigesteuert. "Unser Dorfladen ist ein Stück Dorfgeschichte geworden", sagte Leiberstungs Ortsvorsteher Alexander Naber voll Zufriedenheit über das gelungene Experiment. Das Geschäft garantiere die Grundversorgung mit allem, was man zum Leben brauche. Selbst frische Brötchen könne man am Sonntag der Familie zum Frühstück servieren, ohne deswegen zuvor mit dem Auto kilometerweit fahren zu müssen. Das zweite Geschäftsjahr habe man kürzlich sogar mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen, erklärte Vorstand Peter Günther. Text/Foto: Steffens

Kommentar

Sinn für Gemeinschaft
von Christa Hoffmann


Die gute Nachricht ist, dass es in Sinzheim immer noch viele Einzelhandelsfachgeschäfte gibt, die schlechte, dass es immer weniger werden. Gründe gibt es viele: Zu wenig Kunden, zu wenig Gewinn bei zuviel zeitlichem Aufwand, keine Nachfolger. Hauptursache dürften in allen Fällen die veränderten Einkaufsgewohnheiten der Menschen sein, die sie sich aber oftmals auch nur der Not gehorchend angewöhnt haben. Viele müssen aufs Geld schauen oder haben es weit zu ihrem Arbeitsplatz, die Tage sind hektischer geworden, und das Einkaufen wird oftmals auf dem Heimweg in einem großen Supermarkt erledigt, weil er alles hat, und ist oftmals eine lästige Pflicht. Daran wird sich in naher Zukunft nichts ändern. Der viel gerühmte Tante-Emma-Laden hat dann eine Chance, wenn er wie in Leiberstung genossenschaftlich aufgebaut ist, von Ehrenamtlichen mitgetragen wird - und deshalb nicht auf Gedeih und Verderb auf Gewinne angewiesen ist - und wie dort konsequent auf regionale Produkte setzt, die woanders in dieser Fülle nicht zu bekommen sind. Dazu bedarf es allerdings eines Gemeinschaftssinns, und da muss jeder bei sich selbst anfangen.


vom 16.4.2011

"Dorfladen ist den Windeln entwachsen"
Bereits beim zweiten Jahresabschluss schreibt das Leiberstunger Projekt schwarze Zahlen

Sinzheim-Leiberstung (sfk). "Der Dorfladen entwächst immer mehr den Windeln." Mit diesem Bild beschrieb Vorstandsmitglied Peter Günter die positive Entwicklung des Genossenschaftsprojekts.

Schon im zweiten Jahresabschluss konnte man schwarze Zahlen schreiben und darauf war man bei der Jahreshauptversammlung der Genossenschaft sichtlich stolz. Mit knapp 3 000 Euro Plus in der Kasse schloss man die Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2010 und nach Abzug aller bereinigenden Kosten - dazu zählen auch Rücklagen - bleiben rund 1 000 Euro übrig, die dem Dorfladen zugutekommen sollen.

So planen die Verantwortlichen für dieses Jahr die Anschaffung einer neuen Obst- und Gemüsewaage, weil das alte Modell zu unzuverlässig sei, war in der Genossenschaftsversammlung zu erfahren.

Alexander Naber
zieht eine positive Bilanz

Alexander Naber, Vorsitzender des Aufsichtsrats, hatte auch ein Rezept für den durchschlagenden Erfolg des Dorfladens, der im Mai sein zweijähriges Bestehen feiert, parat: "Hier wird man mit einem Lächeln begrüßt" verriet er, und die Besucherzahlen sprechen für sich.

In diesem Jahr rechnet man mit dem 75 000. Kunden seit der Eröffnung im Mai 2009 und das werde man feiern. Und mit einer Werbeaktion in den umliegenden Orten habe man mit einem Vorurteil aufgeräumt, das durch die Region geisterte.

vom 12.4.2011

Dorfladen: Versammlung

Sinzheim (red) - Alle Genossenschaftsmitglieder "Unser Dorfladen Leiberstung e.G." sind zur Jahresversammlung am Donnerstag 14. April, um 19.30 Uhr in den Alten Bürgersaal von Leiberstung eingeladen. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der Geschäftsbericht und die Vorlage des Jahresabschlusses sowie der Beschluss über die Verwendung des Jahresergebnisses, heißt es in einerMitteilung.

vom 16.4.2011

Erfolg: 65 000 Kunden haben die Mitarbeiter des Leiberstunger Dorfladens während seines knapp zweijährigen Bestehens bedient.
Erfolg: 65 000 Kunden haben die Mitarbeiter des Leiberstunger Dorfladens während seines knapp zweijährigen Bestehens bedient.   Foto: Vögele/av

Dorfladen schreibt schwarze Zahlen
Jahresversammlung der Genossenschaft / Optimierung des Sortiments geplant

Von Gertrud Vögele

Sinzheim - "Hurra, wir leben noch." Mit Humor ist Vorstand Peter Günther bei der zweiten Jahresversammlung der Genossenschaft "Unser Dorfladen Leiberstung" am Donnerstag in die Jahresbilanz des ersten vollständigen Geschäftsjahrs eingestiegen und hat erfreut festgestellt: "Wir haben einen positiven Jahresüberschuss."

Mit einem Plus von rund 3040Euro habe man schneller schwarze Zahlen geschrieben als erwartet, sagte Günther, der den anwesenden Mitgliedern das Bilanzjahr 2010 detailliert und gut verständlich erläuterte. Der Dorfladen habe einen Gesamtumsatz von rund 202270 Euro erzielt. Abzüglich diverser Aufwendungen wie unter anderem Material (159 070 Euro) und Personal (29840 Euro) endete die Gewinn- und Verlustrechnung mit besagtem Jahresüberschuss.

Im Anschluss erläuterte Günther, wo Geld investiert wurde. Die Bilanzsumme belief sich auf rund 40600 Euro, wobei auf der Aktivseite Sachanlagen in Höhe von 7474 Euro, Waren in Höhe von rund 5100 Euro und der Kassenbestand von rund 27700 Euro standen. Dem gegenüber stünden die Passivseite mit dem gezeichneten Kapital in Höhe von 20550 Euro sowie Rückstellungen und Verbindlichkeiten.

Von Vorstand Karlheinz Röll waren Details zum Ladenbetrieb während des vergangenen Jahres zu erfahren. Genau einen Tag vor der Jahresversammlung, also am Mittwoch, habe man den 65000. Kunden gezählt, berichtete Röll nicht ohne Stolz. Das sei anhand der Kassenbelege genau zu verfolgen. Insgesamt habe es gegenüber dem Vorjahr 2009 eine deutliche Steigerung gegeben. Rund 3000 Kunden besuchten jeden Monat den Dorfladen. Im Spitzenmonat Dezember seien rund 20000 Artikel verkauft worden. 42 Prozent des Warenbestandes seien Backwaren, 25 Prozent Fleisch- und Wurstwaren und rund fünf Prozent Obst und Gemüse.

vom 7.4.2011

Kommentar
Den Trend umkehren

 

Von Henning Zorn

Das Verschwinden der kleinen Nahversorger - früher liebevoll Tante-Emma-Läden genannt - wird heute landauf, landab immer wieder einmal lauthals beklagt. In vielen kleineren Ortschaften gibt es kaum noch Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarfs. Dafür ist der Verbraucher, der das kostengünstige Einkaufen in Großmärkten schätzt, selbst mitverantwortlich. Das macht es für Verwaltungen und Kommunalpolitik auch so schwer, planerisch gegenzulenken und zu versuchen, wieder Nahversorgungsangebote in solchen Ortschaften zu schaffen. Denn so etwas kann nur gelingen, wenn die Einwohner, die eine Versorgung vor Ort fordern, dann wirklich dort einkaufen und eventuell auch etwas höhere Preise in Kauf nehmen. So steht immer wieder die Frage der Wirtschaftlichkeit im Vordergrund - dies wird auch jetzt deutlich bei den Bemühungen,einen Einkaufsmarkt auf dem "Backöfele"-Areal in Sandweier anzusiedeln. Die beschränkte Fläche erschwert ein solches Projekt, aber es ist erfreulich, dass die Stadt am Ball bleiben will. Auch heute noch gibt es durchaus die Möglichkeit, den Trend umzukehren und Waren zu den Menschen zu bringen - und nicht nur umgekehrt. Die verbrauchernahe Ansiedlung von kleineren Märkten oder Geschäften kann gelingen. Regionale Beispiele zeigen dies unter anderem in Steinbach oder auch in Leiberstung, wo ein Genossenschaftsladen ins Leben gerufen wurde. In Sandweier könnte eine Nutzung des "Backöfele"-Areals auch eine Chance bieten, unter Einbeziehung des Dorfplatzes einen attraktiven Ortsmittelpunkt zu schaffen.

vom 26.2.2011

Fehlende Nahversorgung nicht nur in kleinen Gemeinden ein Problem
Fachtagung des Regionalverbands und der IHK: Kommunen können durch Planung mitbestimmen / Leiberstung als Zukunftsmodell?

Karlsruhe/Sinzheim (win) - Vielleicht sieht genau so das Modell der Zukunft für kleinere Gemeinden aus: Vor zwei Jahren beschlossen Einwohner des Sinzheimer Ortsteils Leiberstung, die Nahversorgung ihres knapp 900 Einwohner zählenden Dorfes in die eigenen Hände zu nehmen, und sie gründeten eine Genossenschaft. Heute hat die Genossenschaft mehr als 200 Mitglieder und betreibt im Ort einen Tante-Emma-Laden mit 49 Quadratmetern Verkaufsfläche, der bereits bescheidene Gewinne abwirft.

Viel wichtiger aber ist, dass das Dörfchen, das rund sechs Kilometer von der nächsten Einkaufsmöglichkeit entfernt liegt, wieder ein eigenes Nahversorgungszentrum hat, in dem Back- und Fleischwaren, Obst und Gemüse sowie andere Lebensmittel und Dinge des täglichen Gebrauchs gekauft werden können. Und in dem die Einwohner bisweilen auch Neuigkeiten erfahren aus ihrem Ort erfahren , wie Ortsvorsteher Alexander Naber berichtete.

Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein und die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) hatten zu einer Fachtagung zum Thema Nahversorgung geladen, und zahlreiche Bürgermeister, Amtsleiter und Stadtplaner waren gekommen. Fehlende Nahversorgungszentren sind keineswegs ein Problem der kleinen Gemeinden, selbst in Mittelzentren wie Ettlingen oder Rastatt treibt die Verantwortlichen die Sorge um, wie sie wohnortnahe Geschäfte in ihren Stadtteilen ansiedeln, beziehungsweise halten können.

In Zeiten des wachsenden Internethandels müsse sich der Lebensmittelhandel ohnehin auf gewaltige Herausforderungen einstellen, wie IHK-Vizepräsident Roland Fitterer, selbst Betreiber mehrerer Lebensmittelmärkte, anmerkte. Mit speziellem Sortiment und besonderem Service könne dann auch dort überlebt werden, wo laut der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) eigentlich kein Lebensmittelgeschäft dauerhaft existieren kann. Dazu bedürfe es aber einer Zusammenarbeit zwischen Kommune und Handel, so ähnlich wie in Rastatt, wo die Stadt versucht, Bebauungspläne so auszugestalten, dass Geschäfte nur noch dort angesiedelt werden dürfen, wo man sie haben möchte. Auch der öffentliche Nahverkehr kann so gestaltet werden, dass auch ältere Menschen mühelos ihre Einkäufe in diesem Geschäft erledigen können.

Inwieweit die Kommunen in den Markt eingreifen und diesen fördern sollen, das ist durchaus umstritten. Spätestens, wenn die Stadt an einem Geschäft direkt beteiligt ist, werde es kritisch, wie Stefan Holl von der GMA anführt. Städte sollten sich davor hüten, unattraktive Märkte über Subventionen am Leben zu halten.

Laut Gerd Hager vom Regionalverband Mittlerer Oberrhein ist die Versorgung in der Region noch sehr gut. Sorgen bereite ihm aber die abnehmende Zahl kleinerer Läden, an deren Stelle dann Filialen der immer gleichen Ketten treten. "Oligopole sind gefährlich"; es seien dann nicht nur die Verkaufsmöglichkeiten der Erzeuger und damit die Angebotsvielfalt bedroht, sondern bisweilen auch der Charme der Ortschaften. Letztlich liege es an der Kommune selbst, ob sie großflächige Märkte zulasse.

Nur sie könne über Bebauungsplänen die nötigen Flächen ausweisen, oder es bleibenlassen. Dabei gelte es auch immer abzuwägen, ob ein großflächiger Discounter für die Nahversorgung wünschenswert ist, oder womöglich bestehende Strukturen im Ort und damit ein Teil der Urbanität zerstört werde.