Vom 22.10.2018

 bt221018Im alten Sparkasse-Gebäude soll in Reichental mit einem Dorfladen die Nahversorgung sichergestellt werden. Foto: av

Fördergelder fürs Murgtal:
Hotel und Dorfladen

Gernsbach/Forbach (red/mm) - Nicht einmal ein Jahr nach der Schließung des letzten Lebensmittelgeschäfts im Dorf ist die Initiative "Dorfladen Reichental" ihrem Ziel, im ehemaligen Sparkassengebäude einen Dorfladen zu eröffnen, wieder ein Stück näher gekommen. Denn die Leader-Aktionsgruppe Mittelbaden/Schwarzwaldhochstraße hat bei ihrer Projektauswahlsitzung am 18. Oktober im Forbacher Rathaus beschlossen, das Vorhaben mit Fördermitteln aus dem Leader-Programm zu unterstützen.
 
Damit steht ein weiterer Baustein der Finanzierung des Dorfladenprojekts, das die Reichentäler seit Jahresbeginn mit großem Engagement vorangetrieben haben. Für die Einwohner geht es laut Mitteilung der Leader-Aktionsgruppe dabei um mehr, als nur die Grundversorgung im Dorf zu sichern: "Unser Dorfladen soll auch ein sozialer Treffpunkt sein", erläuterte Guido Wieland von der Dorfladeninitiative bei der Vorstellung des Projekts im Auswahlgremium.
 
Dass dieses Konzept auch in kleineren Ortschaften wie Reichental aufgehen kann, zeigt das Beispiel Leiberstung. Dort hat sich im Frühjahr 2009 die eingetragene Genossenschaft "Unser Dorfladen Leiberstung" gegründet und einen kleinen Dorfladen eröffnet. Mit großem Erfolg, denn dass der Dorfladen jetzt vor der Frage stand, wie es weitergehen soll, lag nicht an mangelnder Wirtschaftlichkeit. Der Mietvertrag für den Laden läuft im Frühjahr 2019 aus und kann nicht verlängert werden.
 
Positive Impulse für die Dorfentwicklung
 
Ohne neue Räumlichkeiten hätte dies das Aus für die Grundversorgung im Dorf bedeutet. Doch nach Gesprächen mit der Gemeinde Sinzheim können nun Räume in der ehemaligen Ortsverwaltung Leiberstung von der Genossenschaft gepachtet werden. Für die notwendigen Investitionen zur Einrichtung des neuen Dorfladens hat das Leader-Auswahlgremium auch für die Leiberstunger Dorfladengenossenschaft einen Zuschuss beschlossen. "Von Projekten wie diesen gehen sehr positive Impulse für die Dorfentwicklung aus", bekräftigte der Vereinsvorsitzende Claus Haberecht nach den Auswahlentscheidungen für die beiden Dorfläden.
 
Mit einem Bürgerbackhaus am Obstgut Leisberg wird ein weiteres Projekt gefördert, das den sozialen Zusammenhalt zwischen Jung und Alt stärken soll. Die Bürgergemeinschaft Unterbeuern möchte mit Backkursen, öffentlichen Backtagen und Veranstaltungen rund um Backen mit Obst ihr bisheriges Programm am Obstgut Leisberg erweitern. Bei diesen drei Projekten werden die Bürger in ihrem Ort selbst aktiv, um das Zusammenleben und die Lebensqualität verbessern. Genau das soll mit Leader erreicht werden", freut sich Regionalmanagerin Dr. Antje Wurz.
 
Das vierte Projekt, für das bei der Leader-Auswahlsitzung eine Förderzusage beschlossen wurde, ist die Erweiterung des Forbacher "Waldhauses". Dies bestätigt Hanli Guo auf BT-Anfrage, die das Haus zusammen mit ihrem Mann Yan Chang gekauft und im Sommer 2016 eröffnet hat. Mit Räumlichkeiten für Kunst und Kultur soll das ehemalige Hotel "Goldener Hirsch" künftig als Arthotel den Hotelbetrieb und kulturelle Angebote vereinen. Eine Zusammenarbeit mit lokalen Kunst- und Kulturinitiativen und die Vernetzung mit internationalen Künstlern sind geplant. Bürgermeisterin Katrin Buhrke erhofft sich davon wertvolle touristische Impulse, die über die Region hinausgehen: "Das Konzept ist sehr innovativ und erfolgversprechend", wird sie in der Leader-Mitteilung zitiert.
 
Insgesamt rund 69300 Euro an Zuschüssen hat der Verein für die vier Projekte beschlossen. Die Fördermittel stammen aus dem Haushalt der EU und des Landes Baden-Württemberg. Der nächste Projektaufruf beginnt im Dezember und bietet wieder Fördermöglichkeiten für private Antragsteller, kündigt die Leader-Aktionsgruppe Mittelbaden/Schwarzwaldhochstraße an.

abblogok 
Vom 22.10.2018

Leiberstung ist das Vorbild

Sinzheim-Leiberstung (red). Das Vorbild ist Leiberstung. Nicht einmal ein Jahr nach der Schließung des letzten Lebensmittelgeschäftes im Dorf ist die Initiative „Dorfladen Reichental“ ihrem ZieI, im ehemaligen Sparkassengebäude im Ort einen Dorfladen zu eröffnen, wieder ein Stück näher gekommen. Denn die Leader-Aktionsgruppe Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße hat  beschlossen, das Vorhaben mit Fördermitteln aus dem Leader-Pmgramm zu unterstützen.
 
Dass dieses Konzept auch in kleineren Ortschaften wie Reichentals aufgehen kann, zeigt das Beispiel Leiberstung. Hier hat sich im Frühjahr 2009 die eingetragene Genossenschaft „Unser Dorfladen Leiberstung“ gegründet und einen kleinen Dorfladen eröffnet. Mit großen Erfolg, denn dass der Dorfladen jetzt vor der Frage stand, wie es weitergehen soll, lag nicht an mangelnder Wirtschaftlichkeit. Der Mietvertrag für den Laden läuft im Frühjahr 2019 aus und kann nicht verlängert werden. Ohne neue Räumlichkeiten hätte dies das Aus für die Grundversorgung im Dorf bedeutet. Doch nach Gesprächen mit der Gemeinde Sinzheim können nun Räume in der ehemaligen Ortsverwaltung Leiberstung von der Genossenschaft gepachtet werden. Für  die notwendigen Investitionen zur Einrichtung des neuen Dorfladens hat das Leader-Auswahlgremium  auch für die Leiberstunger Dorfladengenossenschaft einen Zuschuss beschlossen.  „Von Projekten wie diesen gehen sehr positive Impulse für die Dorfentwicklung aus“, bekräftigte der Vereinsvorsitzende Claus Haberecht.
 
„Bei diesen Projekten werden die Bürger in ihrem Ort selbst aktiv, um das Zusammenleben und die Lebensqualität verbessern“, freut sich Regionalmanagerin Antje Wurz. Insgesamt rund 69.300 Euro an Zuschüssen hat der Vereín vier Projekte in der Region beschlossen.

 


Vom 25.04.2018

 wo250418
 
"Was den Einzelnen nicht möglich ist, vermögen viele"
Top-Thema im Badischen Tagblatt: Von Friedrich Wilhelm Raiffeisen bis zu den modernen Genossenschaften der heutigen Zeit
 
Baden-Baden - Die genossenschaftlichen Prinzipien von Friedrich Wilhelm Raiffeisen sind zwar mehr als 160 Jahre alt, sie haben aber bis heute ihre Gültigkeit. Raiffeisen wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. "Was den Einzelnen nicht möglich ist, vermögen viele" - war Raiffeisens Grundgedanke bei der Gründung der Vorläufer heutiger Genossenschaften.
 
Das Badische Tagblatt macht in seiner Ausgabe am Freitag, 27. April, den Genossenschaftsgedanken zum Top-Thema und beleuchtet verschiedene Aspekte in der Gesamtausgabe. Unter anderem äußert sich Dr. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, im BT-Interview zu aktuellen Entwicklungen.
 
Günter Dürr, Vorstandsmitglied der Gaggenauer Heimstätten-Genossenschaft geht auf das 100-jährige Bestehen der Genossenschaft ein. Er schildert die Entstehung, gibt einen Einblick in die aktuellen und in naher Zukunft anstehenden Projekte.
 
Porträtiert wird die Schülergenossenschaft Eventure der Handelslehranstalt Gernsbach. Diese besteht aus 120 Genossen, davon sind 30 Aktive - jeweils die aktuelle Klasse "BK1W2" des Berufskollegs. Sie ist die einzige Schülergenossenschaft im Landkreis Rastatt (gegründet im Dezember 2014) und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem für Nachhaltigkeit. Der Name ist eine Kombination der englischen Wörter Event (Veranstaltung) und Adventure (Abenteuer). Die Schüler organisieren Veranstaltungen wie Sporttage, Unternehmensforen oder Blutspende-Aktionen.
 
Die ZG Raiffeisen in Karlsruhe plant eine Verladestelle für Feuchtmais und Getreide in Iffezheim. Die erforderlichen Genehmigungen für die Anlage am Rhein stehen jedoch noch aus. Als Zwischenlösung nutzt die ZG nun die Vorrichtungen des örtlichen Kieswerks, um im Oktober den Mais auf Frachtschiffe zu transportieren.
 
Eine ganz besondere Genossenschaft gibt es in Durmersheim, dort haben sich Bürger zusammengeschlossen, um die Energiewende in der Region voranzutreiben. Bisher wurden zwölf Photovoltaikanlagen in Durmersheim und Umgebung gebaut, die eine Gesamt-Nennleistung von 988,86 Kilowattpeak haben. Hartmut Oesten, Vorstandssprecher der Bürger-Energiegenossenschaft, sieht das Modell im BT-Interview als durchaus noch zeitgemäß an: Gerade für die Energiewende stelle die Genossenschaft eines der flexibelsten Finanzierungsinstrumente dar.
 
Von der Genossenschaft im Sinzheimer Ortsteil Leiberstung können viele profitieren. Denn diese betreibt einen 50Quadratmeter kleinen Laden in der Leiboldstraße 68 (L80). Von Brot, Brötchen und Kuchen über Fleisch, Wurst und Käse, Obst und Gemüse gibt es alles, was man für den täglichen Bedarf braucht. Und so mancher Kunde bringt ein bisschen Zeit mit, wenn er hierher kommt, weil der Laden auch ein Ort ist, an dem Neuigkeiten ausgetauscht werden. Und einen frischen Kaffee gibt es auf Wunsch auch, der an einem Bistrotisch neben den Zeitschriften und Zeitungen getrunken werden kann. Sieben Mitarbeiterinnen arbeiten hier, alle in Teilzeit bis 450Euro im Monat, sowie ehrenamtliche Helferinnen. Der Dorfladen, der nächstes Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, läuft sehr gut.
 
Überraschung für Elisabeth Meder
300.000er Kunde im Dorfladen Leiberstung

Mit einem Geschenkkorb wird Elisabeth Meder im Dorfladen Leiberstung überrascht.  

 
Große Augen und ein erstauntes Lächeln gab es am 29. März diesen Jahres für Frau Elisabeth Meder im Dorfladen Leiberstung. Die Leiberstungerin war nämlich der 300.000 Kunde, der seit Eröffnung des Leiberstunger Dorfladens das Geschäft besucht hat. Eine große Überraschung war es nicht nur für Frau Meder, sondern auch für das Dorfladenteam und Vorstand Peter Günther und Aufsichtsrat Harald Günther, die sich gemeinsam mit Frau Meder freuten. Kaum dass sie bezahlt hatte, wurde sie von den Verantwortlichen des Dorfladens mit einem Geschenkkorb überrascht.
 
Diese hohe Zahl an Kunden zu erreichen, ist für die Verantwortlichen ein weiterer Beweis für die Akzeptanz des kleinen Ladens im Wendelinusdorf und ein großer Erfolg für die Initiative der Leiberstunger Bürger. Elisabeth Meder war sichtlich überrascht über die Ehrung und das Geschenk. Wie der Zufall so spielt, war vor genau 3 Jahren die Enkelin von Frau Meder, Emma Meder die 200.000 Kundin im Dorfladen.